Der Kurzfilm “Nachtgebet”

Das sich auch in 19 Minuten ein komplexes Thema behandeln läßt, zeigt Ihnen der Kurzfilm “Nachtgebet” von Doreen Richlin.
Anna, eine junge Deutsche, arbeitet als Lehrerin im Westjordanland. Bei einer Militäraktion der Israelis wird ihr palästinensischer Kollege Ali schwer verletzt. Sie bringt ihn in das einzige ihr bekannte Krankenhaus in Westjerusalem. Durch den Angriff selber traumatisiert erlebt sie Alis Behandlung als nicht sorgfältig genug, da dieser Palästinenser ist. Mit einem der Krankenhausärzte, der in Deutschland studiert hat, kommt Anna schließlich ins Gespräch. Man spricht dieselbe Sprache, ist aber von gegenseitigem Verständnis meilenweit entfernt.
Die Dialoge, welche meist auf Englisch gesprochen werden, wirken naiv - auch aufgrund der Tatsache, das die Hauptperson Anna selber noch unter Schock steht. Als Lehrerin im Westjordanland ist Anna vieles gewöhnt, doch macht es ihr sehr zu schaffen, sehen zu müssen wie bereits Kinder Waffen tragen.
Der Drehbuchautor Dror Dayan zeigt den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis nicht direkt sondern in Form der jungen Ausländerin, die gekommen ist um humanitäre Aufbauhilfe zu leisten. Dadurch läßt sich zu einem für den normalen Mitteleuropäer schwer verdaulichen Thema zumindest ein vernünftiger Zugang finden. Eine Lösung kann aber auch er nicht anbieten, so das der Kurzfilm mit der Aussage endet: “Wir haben nicht wirklich eine Wahl.”.



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