Der Portugiese José Saramago
| Ein Artikel von Melanie Minden | ![]() |
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Für José Saramago war der Tod etwas natürliches. Das hielt ihm nicht vom kämpfen ab. Er war ein Mann, der sich einmischte und Widerstand leistete. Kritisch stand er der Politik von Silvio Berlusconi, Nicolas Sarkozy und die des Papst gegenüber.
Der Portugiese wurde 1922 in Ribatejo geboren. Die Bibliotheken Lissabons waren sein zweites Zuhause und entfachten in ihm die Leidenschaft für das Schreiben. Er war sein eigener Lehrer und machte sich zum Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Tagebuchautor. Portugiesische Zeitschriften und Zeitungen füllten sich mit seinen Artikeln. 1944 ehelichte er Ilda Reis. 1947 wurde seine Tochter geboren. Im selben Jahr erschien sein erstes Buch. Als politisch aktiver Mensch, trat Saramago mit 47 Jahren in die Kommunistische Partei Portugals ein. Der 1980 erschienene Roman Hoffnung im Alentejo brachte ihm den Durchbruch. Der Leser begleitet eine Tagelöhnerfamilie über mehrere Generationen. Das Buch endet mit der Nelkenrevolution und dem damit verbundenen Beginn des Nachkriegseuropas. Es folgten weitere politische, sowie historische Romane. Seine atheistische Einstellung spiegelte sich in seinen Werken wieder. Im Jahr 1997 erschien der Roman Die Stadt der Blinden, eine apokalyptische Vision einer Stadt, in der die gesamte Bevölkerung nach und nach erblindet. Personen und Orte haben keinen Namen, auf Zeichensetzung und Absätze wird fast vollständig verzichtet, was beim Leser den Eindruck der Anonymität noch verstärkt. Ein Jahr später erhielt Saramago den Literaturnobelpreis.
Der portugiesische Schriftsteller verstarb am 18. Juni mit 88 Jahren in seinem Zuhause auf Lanzarote.
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