Schauspielerei als Beruf

Schauspielerei ist für viele Menschen ein Traumberuf und das Leben von Schauspielern wird meist mit Luxus und dauerhaftem Glück in Verbindung gebracht. Dass Schauspieler jedoch in einem chauvinistischen, teilweise entwürdigendem Umfeld zu Hause sind, hat die Performance-Künstlerin und ehemalige Schauspielerin Anne Tismer am eigenen Leib erfahren. Als früheres Ensemblemitglied der Berliner Schauspielbühne und bekannte Schauspielerin hat Anne Tismer vor einigen Jahren einen Schlußstrich gezogen und sich der Kust gewidmet - Performance-Darstellungen, das Schreiben von Texten und individuelle Kunstaktionen füllen die 46-jährige nun aus und geben ihr die Möglichkeit zur Entfaltung. Als Schauspielerin habe sie sich wie eine Marionette gefühlt, die fremdgesteuert werde und der kaum Handlungsfreiraum zur Verfügung stehe. Schauspieler würden in eine bereits geschaffen, penibel vorbereitete Kulisse eingefügt, in der sie keinen Entscheidungsspielraum hätten. Zudem sei die Welt des Theaters und des Films von einer Kultur des Chauvinismus, Sexismus und Unterdrückung geprägt, mit der insbesondere Frauen große Probleme hätten. Die Schwierigkeit sich in einer Welt der Unterordnung zurecht zu finden, führt Anne Tismer teilweise auf Asperger zurück - eine Form von Autismus, die sie bei sich identifiziert hat und die zu sozialen Verständigungsschwierigkeiten führt. Anne Tismer kann in ihrer jetzigen Rolle als Künstlerin die Suche nach sich selbst und der Erfüllung fortführen und ihre künstlerische Freiheit genießen.



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