Die Oper Norma von Vincenzo Bellini
| Ein Artikel von Herman Lauterbach | ![]() |
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Die Oper Norma von Vincenzo Bellini ist von großer Tragik gezeichnet. In der Casta Diva-Arie erklingt der vor Hass lodernde Gesang von Maria Callas. Sie verleiht der Priesterin Norma Ihre Stimme. Der Geliebte der Priesterin, der Römer Pollione hat eine andere Frau. Bei der Begegnung mit ihm und der neuen Frau, schwört sie ihm Rache. Die Opfer sollen ihre gemeinsamen Kinder sein, die sie töten will. Ihre kühle Entschlossenheit in der Stimme lässt den Zuschauer erschaudern. Tief berührt stockt Ihnen der Atem. Gedanken nehmen Gestalt an, die Kinder zu retten, sich schützend vor sie zu werfen. Die Tragik beginnt nun auch Norma zu ergreifen. Sie nimmt Abstand von dem Mord an ihren Kindern und lässt ihre Mutterliebe siegen.
Was passiert wenn sich jemand anders an der Rolle der Priesterin Norma versucht? Cecilia Bartoli ist es gelungen. Die Sopranistin wagte das Rollendebüt einer Aufführung in Dortmund. Sie singt nicht wie die Callas, leidenschaftlich und voller Energie. Ihre Klänge sind leise und zart. Wie eine taufrische Blüte wirkt ihr Gesang, gefühlvoll und mit intensiver Leidenshingabe. Die Casta-Diva-Arie klingt bei Cecilia Bartoli wie ein sanftes Versprechen. Sie singt es wie einen schillernden Zauber. Wie ein inniges Gebet wirkt diese dramatische Szene. Wer hätte gedacht, dass Bartolis Darstellung der Norma, Bellinis Vorstellung über die Priesterin sehr ähnlich sind? Die Uraufführung 1831 in Mailand sang Giuditta Pasta, wie Bartoli eine Mezzosopranistin.
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