Das Theaterstück “X-Home”
| Ein Artikel von Daniela Huesler | ![]() |
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Derzeit wird in Johannesburg vom Hausregisseur des Staatstheaters in Pretorina ein Theaterstück mit dem Namen “X-Home” aufgeführt. Er hat seine eigene Art und Weise gefunden, um die Besucher so realistisch wie möglich mit Ihren Ängsten zu konfrontieren. Er nennt seine Methode Retraumatisierung. Er stößt mit seiner Inszenierung in Johannesburg die Besucher in die knallharte Realität der Stadt und nimmt Abstand von jeglicher WM Schönfärberei. Afrika war uns lange als der dunkle Kontinent bekannt und soll nun der Liebling des Planeten sein, so wie die Zeitungen es nach den WM Spielen berichten. Tüchtig, sicher und friedfertig - so soll nun das neue Bild von Afrika sein? Wie kann man den Besucher aus Europa also am besten blass werden lassen und alle Hillbrow-Klischees bestätigen, als in der bedrückenden Enge einer einfachen Privatwohnung? Ein Wohnblock in St Anthony Hillbrow, eine Gegend wo man als Weißer nicht mehr alleine herumlaufen dürfte, in der das wahre Leben noch ungeniert herum tobt. Durch die Luft steigen undefinierbare Gerüche und Beats sind überall zu hören. HIV und harte Gewalt sind ein Thema mit dem man schnell in Berührung kommt, spätestens wenn man im Hausflur mit Messern bewaffneten Gestalten begegnet und sich in Mitten eines Kampfes wiederfindet. So wird das Wohnzimmer zur Bühne und jeweils zwei Besucher werden so durch mehrere Wohnungen geschickt, um durch dieses Stationendrama in kürzester Zeit die harte Realität fremder Kulturen kennenzulernen.
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