Der Maler Egon Schiele
| Ein Artikel von Herman Lauterbach | ![]() |
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Der Maler Egon Schiele hatte das 1912 gemalte Bildnis seiner Geliebten Wally damals seiner Kunsthändlerin überlassen. Die Nazis enteignten die jüdische Kunsthändlerin. Das Bildnis von Wally hatte im Jahre 1954 der vor kurzem verstobene Kunstsammler Rudolf Leopold erworben. “Wally” wurde 1998 mit anderen Werken der Schiele Sammlung in New York ausgestellt und dort von den US Behörden als Diebesgut beschlagnahmt.
Schon Jahre vorher hatten Erben der damaligen enteigneten Kunsthändlerin sich mit Leopold um die Rückgabe des Bildes vergebens gestritten. In dem langwierigen gerichtlichen Prozess wurde vor allem untersucht, was Rudolf Leopold konkret über die Enteignung der Vorbesitzerin durch die Nazis gewusst hatte.
Die Ereignisse um das Bildnis waren auch Auslöser einer großen NS-Raubkunst-Debatte in Österreich. Diese Debatte führte zur Abstimmung über ein neues Restitutionsgesetz und Aufsehen erregenden Rückgaben von Kunstwerken. Die Stiftung Leopold wird jetzt etwa 14,8 Millionen Euro an die Erben der Kunsthändlerin Lea Bondi-Jaray zahlen.
Am 20. Juni kehrte “Wally” nach Wien zurück. Neben dem Bildnis hängt auf Wunsch der Erben der bestohlenen Kunsthändlern ein begleitender Text, in dem über seine Geschichte berichtet wird. Bevor “Wally” in Wien eintraf, war das Bildnis noch drei Wochen im Jüdischen Museum in New York ausgestellt.
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