Drei Millionen für ein Kunstwerk

Der Preis von drei Millionen Euro für das antike Kunstwerk “Drei Satyrn im Kampf mit einer Schlange” war ungewöhnlich hoch, denn die Preise für antike Werke sind in der Regel lächerlich gering, verglichen mit denen von Künstlern der Renaissance oder später. Doch stellte sich heraus, dass dieses Werk ein besonderes war: Ein Vergleich mit Michelangelos Erstwerk, der “Kentaurenschlacht”, zeigt nämlich auffällige Ähnlichkeiten. Nicht nur sind die Satyrn und die Kentaurenschlacht von der Struktur her fast identisch, auch das “non finito” - der Einsatz grob behauener Flächen als Stilmittel, ein Markenzeichen Michelangelos - ist schon bei den Satyrn zu finden. Scheinbar beruht Michelangelos Skulptur also nicht - wie die Fachwelt vorher dachte - auf antiken Sarkophagen, dem Rossebändiger in Rom oder den Werken von Bertoldo di Giovanni, sondern auf dieser Statue. Die Satyrn wurden ursprünglich bereits im 15. Jahrhundert entdeckt und gelangten 1492 in den Besitz von Michelangelos Gönner Lorenzo de? Medici, Michelangelos Gönner.

Die Wiederentdeckung der Satyrn wirft des weiteren ein neues Licht auf die Deutung der Kentaurenschlacht: Schon zu Lebzeiten Michelangelos wurde darüber diskutiert, ob die Statue “den Raub der Deianira und den Kampf der Kentauren”, “den Raub der Deianira und den Kampf der Kentauren” oder etwas anderes zeigen. Nun gilt als wahrscheinlich, dass sie einfach nur eine Imitation der Satyrn als Auftragsarbeit waren.



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