OID-Projekt in Sambia

Über 157.000 Kreditnehmer in acht verschiedenen Ländern profitieren bereits von Mikrokrediten, die von Opportunity International vergeben wurden. Um den Menschen auf diesem Kontinent noch besser helfen zu können, gründete Opportunity International die Initiative „Lending Hope to Africa” - damit noch mehr arme Menschen in der Lage sind, sich und ihre Angehörigen aus der Armut zu befreien. Opportunity International Deutschland ist in vier afrikanischen Ländern tätig. In den nächsten Tagen stellen wir ihnen diese Projekte jeweils mit allgemeinen Hintergrundinformationen und konkreten Klientengeschichten vor.

 

Das Land Sambia – Allgemeine Informationen (Textquelle: OID)
Sambia ist ein faszinierendes Land, das zum Großteil aus Savannengebieten mit vielfältigen Tierarten besteht. Doch es gibt auch eine andere Seite des Landes. Laut UNO leben über 70 Prozent der Bevölkerung in Sambia in Armut.Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt etwa 37 Jahre. Der gewichtigste Grund dafür ist Aids: fast 17 Prozent der Sambianer sind HIV-positiv, alle 10 Sekunden stirbt ein Mensch in Sambia an der Krankheit. Damit erlebt fast jede Familie Tod, Trauer und Verzweiflung.In Sambia konzentriert sich OID in der Hauptstadt Lusaka auf ein 4-Stufen-Modell: 1. Stufe: Geringe Gruppenkredite für „Anfänger“, zum Beispiel für einen kleinen Marktstand, eine Nähmaschine, etwas Werkzeug. 2. Stufe: Etwas höhere Gruppenkredite für „Fortgeschrittene“, die ihr kleines Unternehmen erweitern wollen. 3. Stufe: Hohe Gruppenkredite für Kleinunternehmer, deren Geschäft so erfolgreich ist, dass sie bereits selber ein oder zwei weiteren armen Menschen Arbeit geben können. 4. Stufe: So genannte Individualkredite für Einzelpersonen, die ihr erfolgreiches Kleinunternehmen so weit vergrößern möchten, dass sie bis zu zehn weiteren Menschen durch Anstellung zu einem Weg aus der Armut verhelfen können. Diese Klienten fungieren als Multiplikator und haben eine Vorbildfunktion.

Eine Klientengeschichte: Ronica Zikkabwele - Näherin
Ronica Zikkabwele arbeitet hart, denn sie klopft Steine. Jeden Tag macht sich die 35-jährige Mutter mit den zwei kleinsten ihrer sechs Kinder auf den Weg zur Arbeit. Ihre Arbeitsstelle liegt in einem Baugebiet am Stadtrand von Lusaka in Sambia. Die Steine werden direkt vor den Baustellen abgeladen und die Steineklopfer können an die Arbeit gehen. Für eine Schubkarrenladung Steine braucht Ronica vier Tage.Ihr monatliches Einkommen beträgt etwa 100 Euro. Währenddessen sitzen ihre beiden Kinder zwischen den arbeitenden Menschen und den Steinen. Die vier schulpflichtigen Kinder Ronicas sind tagsüber in der Schule einer Hilfsorganisation untergebracht. Ronica ist zufrieden! Denn früher war sie Müllsammlerin. Sie ist durch die Straßen gezogen, hat Plastikflaschen gesammelt und diese dann gereinigt dem Händler zurückgebracht. Sie musste in den Abfällen wühlen, die Gefahr von Infektionskrankheiten war hoch.
Heute ist Ronica selbstständig! Ein Kleinkredit von Opportunity International hat ihr im letzten Jahr diesen Schritt aus der Abhängigkeit ermöglicht. Ronica muss nun wenigstens nicht mehr ständig unterwegs sein und hat ihre beiden jüngsten Kinder bei sich. Bei dieser Art von Arbeit passieren allerdings häufig kleine Unfälle dadurch, dass sie sich mit dem schweren Eisenhammer verletzt. Ronica hat noch einen Traum: Wenn sie genug Geld erwirtschaftet hat, will sie eine Schneiderei aufmachen – möglichst zu Hause, um besser für ihre Kinder sorgen zu können.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

Texte und Fotos: www.oid.org



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Office of International Development at Michigan State University

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