Interview mit Michael Stahl

Wie genau sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Da ich seit einigen Monaten keinen Personenschutz mehr mache, bin ich
hauptsächlich in der Prävention tätig. Ich besitze eine Sportschule für
Selbstverteidigung, wo ich fast täglich unterrichte. Desweiteren gebe ich
Buchvorträge, arbeite an Schulen, Heimen, Kindergärten. Im Prinzip habe
ich jeden Tag einen anderen Ablauf, mein Beruf ist wirklich meine
Berufung.

 

Zu welchem Themen bieten sie Workshops an?
Selbstverteidigung - Selbstbehauptung - Vorträge in Gemeinden zu den
Themen Glaube & GOTT

 

Wer sind ihre Zielgruppen
Meine Zielgruppe sind alle Menschen…..Täter, Opfer….die ganze
Gesellschaft…Gewalt, Zivilcourage….Umgang miteinander…..

 

Welches war ihr schönstes Erlebnis während der Arbeit?
Ich hatte viele tolle Erlebnisse - Täter, die sich bei Opfern
entschuldigten oder Menschen, die nach meinem selbst komponierten Song “Feel
the Power” in Tränen ausbrachen, was natürlich für mich sehr bewegend war.
Zudem die Tatsache, dass ich die lebende Legende Muhammad Ali beschützete, wir lagen uns sogar
in den Armen und weinten. Ein tolles Highlight war natürlich auch mein
Einsatz beim Papstbesuch 2006.

 

Welches war ihr schlimmstes Erlebnis?
Mein schlimmste Erlebnis - auch da gibt es viele. Ich habe in meinem
Leben und in meinem Beruf die Spezies Mensch kennengelernt. Es gibt tolle,
liebe und warmherzige Menschen und es gibt sehr viele Bestien. Ja, dass
meine ich auch so. Wir Menschen sind sehr kreativ, wenn es darum geht, wie
wir in unseren Klassen, Firmen, Vereinen, Familien einen Menschen quälen
und zerstören. Die Geschichten hierzu sind zu viele und zu grausam.
In 15 Jahren Sicherheitsdienst ist mir so ziemlich alles passiert. Ich
war in hunderten von Ausseinandersetzungen verwickelt, man wollte mich
erstechen, erschlagen, ermorden usw.
Doch es ist mir sehr wichtig zu erwähnen - ich habe NIE einen Menschen
geschlagen.

 

Was wünschen sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Menschen wieder GOTT kennen
lernen - wir haben uns von IHM entfernt. Ohne IHN geht es nicht. Ich erlebe unendlich viel mit IHM, mein Leben selbst ist eines der größten Wunder. Im Elend und in Dunkelheit aufgewachsen hat GOTT mich
geführt. Diese Sicherheit, diese Liebe, die ich in mir trage, diese Hoffnung, das wünsche ich jeden Menschen.



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